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Zinssätze könnten bis 2026 erhöht bleiben

Zinssätze

Der Begriff „höher für länger“ ist in letzter Zeit eine häufige Phrase im Zusammenhang mit der jüngsten Politik der Federal Reserve. Er impliziert, dass die Zinssätze selbst nach Abschluss des derzeitigen Zyklus der Zinserhöhungen wahrscheinlich über dem bleiben werden, was die Fed für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum bei einer Inflation von 2% für angemessen hält.

Investoren waren daran interessiert, die künftigen politischen Richtungen der Federal Reserve zu verstehen, insbesondere was „länger“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Die jüngste Sitzung der Fed lieferte einige Antworten und zeigte, dass die Institution mindestens drei weitere Jahre mit erhöhten Zinsen sieht. Am Mittwoch entschied die Fed, den aktuellen Zinssatz in der Spanne von 5,25% bis 5,5% beizubehalten, ein Höchststand, der seit 22 Jahren nicht mehr erreicht wurde.

Zusammen mit dieser Entscheidung veröffentlichte die Federal Reserve neue Wirtschaftsprognosen für Zinssätze, Arbeitslosigkeit, Wachstum und Inflation. Laut dem „Dot Plot“, einem Diagramm, das die Erwartungen der Fed-Beamten für künftige Zinsen darstellt, gehen die meisten Beamten mindestens von einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr aus.

Hinweise für die kommenden Jahre

Aktualisierungen für 2024, 2025 und ein erster Ausblick auf 2026 boten weitere Einblicke. Seit der letzten Aktualisierung dieser Prognosen im Juni hat die Fed geplante Zinssenkungen in Höhe von 0,50% sowohl für 2024 als auch für 2025 gestrichen. Für 2026 werden die Zinsen höher erwartet als die langfristigen Zinsprognosen.

Während seiner Pressekonferenz am Mittwoch unterstrich Fed-Vorsitzender Jerome Powell jedoch, dass dies lediglich Projektionen seien. „Es ist eine Zusammenfassung individueller Prognosen von 19 Personen, und dann sehen Sie die Mediane“, merkte Powell an. „Ich möchte ihm also nicht die Vorstellung vermitteln, dass es wirklich ein Plan ist.“

Wirtschaftliche Auswirkungen

Obwohl kein starrer Fahrplan, deuten der Dot Plot und andere Wirtschaftsprognosen auf die Erwartungen der Federal Reserve an die US-Wirtschaft hin. Die Fed scheint einen Bedarf an noch höheren Realzinsen – Zinsen abzüglich der Inflation – zu sehen, um ein schneller als erwartetes Wirtschaftswachstum zu verlangsamen. „Es ist ein realer Zinssatz, der eine Rolle spielen und ausreichend restriktiv sein wird“, erklärte Powell.

Powell räumte ein, dass diese Begriffe und Projektionen vage klingen könnten. „Ich würde sagen, man weiß, dass er ausreichend restriktiv ist, nur wenn man es sieht“, sagte er. „Das ist nicht etwas, bei dem man mit Zuversicht auf ein Modell oder verschiedene Schätzungen zurückgreifen kann.“

Das jüngste Treffen und die Projektionen der Federal Reserve haben eine gewisse Richtung vorgegeben, aber wie so vieles im Leben und in der Zentralbankpolitik bleibt die Zukunft ungewiss.