
Netflix (NASDAQ: NFLX) wird voraussichtlich in seinem kommenden vierteljährlichen Ergebnisbericht am 18. Oktober ein starkes Wachstum bei den Abonnentenzahlen aufweisen. Trotz dieser positiven Erwartungen hat die Netflix-Aktie seit dem Ergebnisbericht im Juli eine Underperformance von 22% verzeichnet, während der S&P 500 um 7% gefallen ist. Dennoch ist die Aktie von Netflix bis zum 13. Oktober im bisherigen Jahresverlauf um etwa 20% gestiegen.
Darüber hinaus werfen die Möglichkeit erhöhter Ausgaben für lizenzierte Inhalte und die Auswirkungen des Vorgehens von Netflix gegen das Teilen von Passwörtern unter Analysten Fragen auf. Dementsprechend haben einige ihre Gewinnprognosen angepasst und die Kursziele für die Aktie gesenkt. Sie sind der Ansicht, dass die kurzfristigen Erwartungen des Wall Street möglicherweise zu optimistisch geworden sind.
Ein Schlüsselpunkt der Debatte unter Anlegern ist der durchschnittliche Umsatz pro Mitglied (ARPU) von Netflix. Der Fokus liegt darauf, wie sich das stärkere Wachstum bei den Abonnenten in internationalen Märkten mit niedrigerem ARPU und die Auswirkungen strengerer Maßnahmen gegen das Teilen von Passwörtern auf diesen Kennwert auswirken. Analysten argumentieren, dass Passwort-Teiler trotz möglicher strengerer Maßnahmen keine idealen Mitglieder darstellen. Die Prognose von Netflix für das 3. Quartal legt eine verwässernde Preisgestaltung nahe, was sich trotz höherer Abonnentenzahlen auf die Aktie auswirken könnte.
Netflix-CFO Spencer Neumann erwähnte, dass sich das Unternehmen noch in der Anfangsphase bei der Entwicklung seines Werbegeschäfts befindet, was ein graduelles Wachstum nahelegt. Er deutete auch an, dass das Margenwachstum graduell verlaufen wird, da in Wachstumschancen investiert wird. Netflix strebt in diesem Jahr eine operative Marge von 18-20% an. Der CFO betonte die Notwendigkeit, Umsatzwachstum mit Investitionen in größere Märkte auszubalancieren.
Analysten senken Kursziele für Netflix-Aktie
Ben Swinburne von Morgan Stanley hat sein Kursziel für die Netflix-Aktie um 20 US-Dollar auf 430 US-Dollar gesenkt und äußerte Bedenken, dass die Konsensschätzungen und die Bewertung der Aktie zu optimistisch sind. Er nannte mehrere Risiken, darunter die möglichen Auswirkungen strengerer Maßnahmen gegen das Teilen von Passwörtern und der Ausweitung des Werbe-Tarifs auf das Wachstum der Abonnentenzahl.
Ebenso hat John Blackledge von TD Cowen sein Kursziel um 15 US-Dollar auf 500 US-Dollar gesenkt, hauptsächlich aufgrund der längerfristigen Finanzausblicks von Netflix und eines langsameren als erwarteten Margenwachstums. Obwohl er die Einstufung „outperform“ beibehielt, erwähnte er, dass die Erwartungen an das Margenwachstum nun gradueller seien.
Eric Sheridan von Goldman Sachs senkte ebenfalls sein Kursziel für die Aktie, und zwar um 10 US-Dollar auf 390 US-Dollar. Er rechnet mit einem Wachstum der Abonnentenzahlen im 3. Quartal, das die Schätzungen übertrifft und durch strengere Maßnahmen gegen das Teilen von Passwörtern sowie die Programmtiefe auf der Plattform angetrieben wird. Dennoch äußerte er Bedenken hinsichtlich des Zeitpunkts und der Dauer von Netflix‘ Initiativen für geteilte Passwörter und werbegestützte Angebote.
Michael Nathanson von MoffettNathanson beibehielt die Einstufung „neutral“, senkte aber das Kursziel von 380 US-Dollar auf 325 US-Dollar. Er hob Netflix‘ Bemühungen hervor, Konten mit geteilten Passwörtern in zahlende Abonnenten umzuwandeln, merkte aber auch an, dass dies möglicherweise nicht die erwarteten Ergebnisse erbringt. Nathanson ist der Ansicht, dass die Wachstumschancen in Nordamerika nach wie vor erheblich sind.
Michael Pachter von Wedbush, optimistischer als andere Analysten, bestätigte die Einstufung „outperform“ und das Kursziel von 525 US-Dollar. Er prognostiziert für das 3. Quartal ein globales Wachstum der Netto-Neukunden von 5,5 Millionen und rechnet aufgrund der Maßnahmen von Netflix gegen das Teilen von Passwörtern und niedrigerer Programmkosten mit einem über den Erwartungen liegenden Gewinn je Aktie.
Steven Cahall von Wells Fargo behielt die Einstufung „overweight“ bei, senkte aber das Kursziel um 40 US-Dollar auf 460 US-Dollar. Er betonte, dass Netflix‘ Investitionen in Werbetechnologien und Inhalte das Margenwachstum verringern, das Umsatzwachstum jedoch beschleunigen würden. Cahall ist der Ansicht, dass sich die Investitionen auszahlen und der langfristige Ausblick für Netflix positiv bleibt, sobald sie Früchte tragen.
Zusammenfassend passen die Analysten ihre Erwartungen für den Quartalsbericht von Netflix im 3. Quartal an, wobei Bedenken hinsichtlich ARPU, Maßnahmen gegen das Teilen von Passwörtern und werbegestützte Angebote bestehen. Obwohl die Meinungen variieren, sind sie sich einig, dass der Streaming-Riese weiteres Wachstumspotenzial bietet. Investoren und Analysten werden die zukünftigen Updates von Netflix im Rahmen der Ergebnistelefonkonferenz sowie Einblicke in Lizenzierungschancen für Inhalte und die Auswirkungen des Streiks von Schauspielern genau beobachten.