Mit scharfen Worten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj russische Drohnenangriffe auf sein Land verurteilt. „Die russischen Terroristen waren bereits erbärmlich und sind auch so ins neue Jahr gestartet“, erklärte Selenskyj mit Blick auf russische Drohnenangriffe.
Doch mit Drohnen, Raketen und allem anderen kämen die russischen Militärs nicht weit – „weil wir zusammenhalten“, führte der Staatschef weiter aus. Die russische Seite hingegen werde nur von Angst zusammengehalten. „Und sie haben zu Recht Angst, denn sie werden verlieren“, betonte Selenskyj in einer Videobotschaft.
Wolodymyr Selenskyj (Archivfoto): „Wir sind geeint. Sie eint nur die Angst.“
Kiew erneut unter russischem Beschuss
Nach einer Angriffswelle in der Neujahrsnacht starteten russische Truppen am Sonntagabend weitere Attacken mit sogenannten Kamikaze-Drohnen. Vielerorts wurde wieder Luftalarm ausgelöst. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete in der Nacht zum Montag von Explosionen in seiner Stadt. Der Leiter der Militärverwaltung, Serhij Popko, rief die Bewohner auf, „in Schutzräumen zu bleiben“.
Kamikaze-Drohnen können mit ihrer Sprengladung am Ziel senkrecht herabstürzen. Laut ukrainischer Darstellung wurden etliche der Fluggeräte – meist vom Typ Schahed 136 aus iranischer Produktion – abgeschossen.
Die russischen Besatzer hätten am Sonntag außerdem „16 Mal mit Mehrfachraketenwerfern geschossen“, teilte die ukrainische Armeeführung mit. Diese Angriffe richteten sich demnach insbesondere gegen das Kinderkrankenhaus in der südukrainischen Stadt Cherson.
Selenskyj-Berater: Russland hat neue Strategie
Mit massiven Luftangriffen auf eine Reihe ukrainischer Städte ist Russland nach Ansicht des ukrainischen Präsidentenberaters Mychajlo Podoljak zu einer neuen Strategie übergegangen. „Russland hat keine militärischen Ziele mehr“, twitterte Podoljak. Vielmehr versuche Russland, so viele Zivilisten wie möglich zu töten und so viele zivile Objekte wie möglich zu zerstören. Es sei mittlerweile „ein Krieg des Tötens wegen“, meinte Podoljak.
Ein Haufen zu Bruch gegangener Fenster in Kiew (01.01.2023)
Blutige Gefechte um ostukrainisches Bachmut
Im Verlauf heftiger Kämpfe um die Frontstadt Bachmut haben russische Truppen nach ukrainischer Darstellung schwere Verluste erlitten. Allein am Samstag seien rund 170 russische Soldaten getötet worden, berichtete Serhij Tscherewatyj, Sprecher der ukrainischen Heeresgruppe Ost. Weitere 200 Russen seien bei Versuchen, die Stadt anzugreifen, verwundet worden. Tscherewatyj sprach von einem „Fließband des Todes“ für die Angreifer. Seine Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Auch die russische Seite berichtet regelmäßig von hohen Opferzahlen in den Reihen ihrer Gegner.
Bachmut gilt als sogenannter Eckpfeiler der ukrainischen Frontlinien im Osten des Landes. Die russischen Streitkräfte wollen die Stadt um jeden Preis erobern. Die Angriffe werden von Angehörigen der berüchtigten Söldnertruppe Wagner angeführt, wie es heißt.
Bachmut: Rauchschwaden nach Angriffen in einem Außenbezirk (27.12.2022)
Feuerwerk in Kiew hat Konsequenzen
Ein 47-jähriger Mann muss mit einer langen Haftstrafe rechnen, weil er trotz eines generellen Feuerwerksverbots in der Ukraine Silvesterraketen in der Hauptstadt Kiew zündete. „Jetzt drohen ihm fünf Jahre Freiheitsentzug“, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf dem Messengerdienst Telegram.
Anwohner hatten die Polizei über das verbotene Feuerwerk informiert. Beamte nahmen den Mann fest und beschlagnahmten in seiner Wohnung ein ganzes Lager pyrotechnischer Produkte.
wa/fw (dpa, afp, rtr)