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Exxon und Chevron warnen vor Rekordtiefen in den Ölbeständen innerhalb von Wochen

Kurzfassung

  • Der Senior-Vizepräsident von ExxonMobil, Neil Chapman, warnte, dass die globalen Ölvorräte in wenigen Wochen Rekordtiefstände erreichen werden
  • Chapman erklärte, dass der Preis für physisches Brent-Rohöl auf 150–160 US-Dollar pro Fass sprunghaft ansteigen könnte, sobald die Vorräte erschöpft sind
  • Der CEO von Chevron, Mike Wirth, sagte, dass “Puffer und Stoßdämpfer” stetig abgebaut werden
  • Die Schließung der Straße von Hormuz hat rund 14 Millionen Fass pro Tag von den globalen Märkten abgezogen
  • Die IEA wies darauf hin, dass die Vorräte in beispielloser Geschwindigkeit verbraucht werden; die Mitgliedsländer haben im März 400 Millionen Fass freigegeben

(SeaPRwire) –   Der Senior-Vizepräsident von ExxonMobil, Neil Chapman, äußerte am Donnerstag auf der Bernstein-Konferenz in New York eine deutliche Warnung. Er erklärte, dass die globalen Ölvorräte sich nie dagewesenen Niveaus nähern und die Preise innerhalb weniger Wochen stark ansteigen könnten.

“Wir nähern uns nie dagewesenen Vorratniveaus”, sagte Chapman. “Ich meine wirklich, wirklich niedrige Niveaus. Man kann diskutieren, ob diese wirklich niedrigen Niveaus in zwei oder drei Wochen erreicht werden. Sobald man diesen Punkt erreicht hat, wird man sehen, wie die Preise in die Höhe schießen.”

Chapman erklärte, dass der Preis für physisches Brent-Rohöl auf 150 bis 160 US-Dollar pro Fass klettern könnte, sobald die Vorräte historische Tiefstände erreichen. Er fügte hinzu, dass Preise in diesem Bereich die Nachfrage voraussichtlich stark genug reduzieren würden, um die Preise wieder zu senken. Die Brent-Futures für die Juli-Lieferung wurden am Donnerstag unter 94 US-Dollar pro Fass gehandelt.

CEO von Chevron bestätigt die Warnung

Der CEO von Chevron, Mike Wirth, der ebenfalls auf der Bernstein-Konferenz sprach, unterstützte die Ansicht von Chapman. “Die Puffer und Stoßdämpfer werden stetig abgebaut”, sagte Wirth. Er erwartete, dass sich der Engpass in den kommenden Wochen in den Preisen für physisches Öl bemerkbar machen werde, wobei sich die Bedingungen mit Beginn des Sommers weiter verschärfen.

Beide Führungskräfte betonten sorgfältig, dass ihre Prognosen ungefähre Angaben sind. Trotzdem geht die Dringlichkeit in ihren Äußerungen sogar über die veröffentlichte Prognose der IEA hinaus.

Die IEA hat vergangene Woche Juli und August als den Zeitraum benannt, in dem die Marktbedingungen am angespanntesten sein werden. Sie wies zudem bereits Anfang des Monats darauf hin, dass die globalen Vorräte in beispielloser Geschwindigkeit verbraucht werden.

Der Faktor Straße von Hormuz

Die Schließung der Straße von Hormuz steht im Zentrum des Versorgungsproblems. Chapman nannte es unter Berufung auf Daten der IEA den schwerwiegendsten Versorgungsschock aller Zeiten.

Rund 14 Millionen Fass an Lieferungen aus dem Nahen Osten pro Tag wurden infolge der Schließung von den globalen Märkten abgezogen. Chapman bestätigte, dass die Vorräte den Schlag bislang abfedern konnten, sagte aber, dass diese “nicht ewig halten”.

Im März haben die Mitgliedsländer der IEA beschlossen, 400 Millionen Fass aus den Reserven auf den Markt freizugeben, um den Engpass zu mildern. Die Wiederauffüllung dieser Reserven bedeutet, dass Regierungen nun Käufer auf einem bereits knappen Markt sind.

Die Futures-Märkte sind bisher relativ ruhig geblieben. Händler scheinen die Möglichkeit einer Einigung zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz bereits in die Preise einzubeziehen. Aber Chapman und Wirth weisen beide darauf hin, dass der physische Markt eine andere Geschichte erzählt.

Rohölvorräte fungieren als Stoßdämpfer des Marktes. Wenn sie niedrig sind, kann selbst eine kleine Störung einen starken und anhaltenden Preisanstieg verursachen. Das ist das Szenario, das beide Führungskräfte für immer näher rückend erklären.

Die IEA hat die nächsten zwei Monate als kritisches Zeitfenster benannt.

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