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Ukraine aktuell: Kreml soll Hunderte Drohnen bestellt haben

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Moskau soll neue Drohnen und Raketen beim Iran bestellt haben
  • Polen nimmt jetzt doch Patriot-Flugabwehrsysteme von Deutschland
  • Ukraine fordert weitere technische Ausrüstung 
  • USA und Großbritannien bauen Energiepartnerschaft aus

 

Russland soll nach Angaben von Diplomaten Hunderte Drohnen und ballistische Raketen aus dem Iran bestellt haben. „Wir wissen, dass der Iran plant, seine Lieferungen von unbemannten Flugkörpern und Raketen an Russland in erheblichen Mengen zu erhöhen“, teilten Beamte bei den Vereinten Nationen in New York der Deutschen Presse-Agentur mit. Moskau wolle damit dem akuten Mangel an militärischem Nachschub begegnen. Es handle sich um mehrere hundert Geschosse und hunderte Drohnen. „Ich glaube nicht, dass sie schon versandt wurden, aber sie stehen eindeutig in den Auftragsbüchern“, hieß es aus New York weiter.

Der Iran hatte nach übereinstimmenden Berichten im August Drohnen nach Russland geschickt, die zum Beispiel für Angriffe auf militärische Objekte wie Radaranlagen und Artillerie benutzt werden können. Wenige Wochen später attackierten Russlands Streitkräfte Ziele in der Ukraine mehrfach mit iranischen Kamikaze-Drohnen vom Typ Schahed 136, die mit hoher Geschwindigkeit auf ihr Ziel stürzten und große Schäden anrichteten.

Polen akzeptiert nun doch Patriot-Systeme aus Deutschland

Polen will die von Deutschland zur Verteidigung seines Luftraums angebotenen Patriot-Flugabwehrsysteme nun doch annehmen. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und ihr polnischer Kollege Mariusz Blaszczak hätten „sich im Grundsatz geeinigt“, teilte ein Sprecher in Berlin mit. Einzelheiten wie denkbare Orte der Stationierung und die erforderliche Infrastruktur würden jetzt auf Fachebene besprochen. 

Gefechtsbereites Patriot-Flugabwehrsystem

Gefechtsbereites Patriot-Flugabwehrsystem der Bundeswehr auf dem Militärflughafen Schwesing in Schleswig-Holstein

Nach einem Raketeneinschlag im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine Mitte November hatte Deutschland angeboten, den NATO-Partner Polen mit den Patriots zu unterstützen. Blaszczak nahm das Angebot zunächst an. Einen Tag später schlug er jedoch überraschend vor, die deutsche Flugabwehr statt in Polen auf ukrainischem Gebiet zu stationieren. Dies sorgte in Berlin für Verstimmung. Der Einsatz der Patriots in der Westukraine hätte die polnische und ukrainische Sicherheit erhöht, erklärte Blaszczak jetzt via Twitter.   

„Brauchen Abwehrsysteme und Ausrüstung für Energieanlagen“

Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal ruft angesichts der russischen Raketenangriffe auf die Energieversorgung zu weiterer Unterstützung auf. „Wir brauchen zwei Dinge, um eine humanitäre Katastrophe und eine neue große Flüchtlingswelle zu vermeiden“, sagte Schmyhal den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er nannte moderne Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsysteme, über die westliche Länder einschließlich Deutschland verfügten. Außerdem benötige die Ukraine Ausrüstung und Ressourcen für die Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen. Russland habe rund die Hälfte aller Energieanlagen in der Ukraine beschädigt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensyj besuchte am Montag Soldaten im Kriegsgebiet.

Ukraine-Krieg: Keine Aussichten auf Verhandlungen

USA: Haben die Ukraine nicht zu Angriffen ermutigt

Nach den mutmaßlich ukrainischen Drohnenangriffen auf Militärstützpunkte in Russland hat US-Außenminister Antony Blinken Vermutungen zurückgewiesen, Washington habe Kiew zu Angriffen auf Russland „ermutigt“ oder „befähigt“. Es sei jedoch wichtig, zu verstehen, „was die Ukrainer tagtäglich durch die anhaltende russische Aggression erleben“, sagte Blinken.

Nach russischen Angaben wurden bei den Drohnenangriffen vom Montag auf drei Stützpunkte in Zentralrussland drei Menschen getötet und zwei Flugzeuge beschädigt. Die Regierung in Kiew hat sich bislang nicht dazu geäußert.

Experten gehen davon aus, dass die ukrainischen Streitkräfte auch mit einfachen Drohnen aus der Sowjetzeit in den russischen Luftraum eingedrungen sein könnten – und nicht auf die milliardenschwere Militärhilfe der westlichen Verbündeten zurückgegriffen haben.

USA und Großbritannien weiten Energiepartnerschaft aus

Angesichts steigender Energiepreise im Zuge des russischen Kriegs gegen die Ukraine weiten Großbritannien und die USA ihre Zusammenarbeit aus. Die USA peilten an, im kommenden Jahr mindestens neun bis zehn Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas (LNG) über britische Terminals zu exportieren, teilte die Regierung in London mit. Das sei doppelt so viel wie 2021.

LNG-Terminal für Flüssigerdgas und Ölraffinerie im britischen Wales

LNG-Terminal für Flüssigerdgas und Ölraffinerie im britischen Wales

Diese  Partnerschaft werde die Preise für die britischen Verbraucher senken und dazu beitragen, die Abhängigkeit Europas von russischer Energie zu beenden, sagte der britische Premierminister Rishi Sunak. Sie ziele auch darauf ab, Investitionen in saubere Energie voranzutreiben und Ideen zur Energieeffizienz und zur Reduzierung der Gasnachfrage auszutauschen.

se/mak (rtr, afp, dpa, ap) 

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.