Das Wichtigste in Kürze:
- Pro-ukrainische Demonstration in Prag
- Selenskyj verkündet militärische Erfolge in der Donezk-Region
- Getreidefrachter sollen weiter über Schwarzes Meer ausfahren
Auf dem Prager Wenzelsplatz haben sich Zehntausende Menschen für die weitere Unterstützung des ukrainischen Abwehrkampfs eingesetzt. Mit ihrer Demonstration „gegen die Angst“ wollten sie zeigen, dass Tschechien stark genug sei, die aktuelle Krise zu bewältigen, und daher keine Angst zu haben brauche, erklärten die Veranstalter. Die Demonstranten führten ukrainische, tschechische und EU-Fahnen mit sich. In einer Videobotschaft wandte sich auch die ukrainische Präsidentengattin Olena Selenska an die Kundgebungsteilnehmer.
Tschechien gehört wie die Nachbarländer Polen und Slowakei zu den vehementesten politischen und militärischen Unterstützern der Ukraine. Allerdings hatten bei vorangegangenen Kundgebungen Zehntausende gegen Energiepreissteigerungen und gegen tschechische Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine protestiert.
Ukraine will russische Großoffensive gestoppt haben
In seiner täglichen Videobotschaft erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj, die ukrainischen Streitkräfte hätten eine schwere russische Offensive in der Region Donezk zurückgeschlagen. Zudem habe die Ukraine mit der Gefangennahme russischer Soldaten ihre Reserven für einen weiteren Gefangenenaustausch vergrößert.
Eine ukrainische Panzerartillerie in der Nähe von Bachmut, Region Donezk (Archiv)
Mit den wichtigsten Vertretern von Militär und Sicherheitsorganen hat Selenskyj erneut über den Fortgang des Abwehrkampfes beraten. Dabei sei es auch um die möglichen Pläne des Feindes für die kommende Zeit gegangen, sagte der Staatschef in seiner Videoansprache. Einzelheiten nannte er nicht. Allerdings sind auf solche Sitzungen des Oberkommandos schon mehrfach Offensiven der ukrainischen Streitkräfte gefolgt.
Getreideschiffe sollen in Richtung Istanbul aufbrechen
Trotz der russischen Aussetzung des Abkommens zum Export von Getreide aus der Ukraine sollen weiterhin Schiffe über den Korridor im Schwarzen Meer ausfahren. Die Delegationen der Vereinten Nationen, der Türkei und der Ukraine hätten sich auf einen entsprechenden Plan geeinigt, heißt es in einer Mitteilung des Koordinierungszentrums in Istanbul. An diesem Montag sollen demnach zwölf Schiffe durch den festgelegten humanitären Korridor in Richtung Istanbul aufbrechen, vier in entgegengesetzte Richtung. Die russische Delegation sei darüber informiert worden.
Warten auf die Nothilfe, warten auf Getreide aus der Ukraine: Hungernde Menschen in Mogadischu
Am Sonntag seien bereits sechs beladene Schiffe in Richtung des Korridors aufgebrochen, heißt es weiter. Im Korridor selbst habe es aber keine Schiffsbewegungen gegeben. Derzeit würden sich 21 an der Initiative beteiligte und mit etwa 700.000 Tonnen Getreide beladene Frachter in oder in der Nähe der drei ukrainischen Häfen befinden – auch ein mit 30.000 Tonnen Weizen beladenes Schiff für Nothilfe am Horn von Afrika.
rb/fw (AFP, AP, dpa, epd, KNA, Reuters)
Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.