„Die Rettungsphase, bei der Menschen lebend aus den Trümmern gezogen und bei der unter Trümmern Verstorbene gefunden werden, neigt sich dem Ende“, erklärte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths im syrischen Katastrophengebiet. Jetzt beginne die „humanitäre Phase“, um Betroffene mit Unterkünften, „psychosozial“ sowie mit Lebensmitteln, Schulunterricht und „einem Sinn für die Zukunft“ zu versorgen.
„Mehr Hilfe schneller in Syrien“
Während seines Besuchs kam Griffiths auch mit Syriens Staatschef Baschar al-Assad zusammen, dessen Regierung mit Verbündeten etwa zwei Drittel des zersplitterten Bürgerkriegslandes kontrolliert. Zur Verbesserung der humanitären Hilfe habe Assad bei dem Treffen die Öffnung von zwei weiteren Grenzübergängen zur Türkei zugesagt, berichtete Griffiths dem UN-Sicherheitsrat.
Trafen sich in Damaskus: Martin Griffiths (l.) und Baschar al-Assad
UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Entscheidung Assads: „Die Öffnung dieser Grenzübergänge – zusammen mit der Erleichterung des humanitären Zugangs, der Beschleunigung der Visagenehmigungen und der Erleichterung des Reisens zwischen den Drehkreuzen – wird es ermöglichen, dass mehr Hilfe schneller (in Syrien) eintrifft.“ Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten allein in Syrien bis zu 5,3 Millionen Menschen durch das Beben obdachlos geworden sein.
Zerstörte Gebäude in Harem (Syrien)
Todesopfer wurden in der Türkei und Syrien bisher insgesamt mehr als 37.000 gezählt (Stand: 13.02.2023). Zehntausende Menschen erlitten Verletzungen.
„Bis an den Rand der Erschöpfung“
Einige Such- und Bergungsteams aus Deutschland kehrten inzwischen nach tagelangem Einsatz im türkischen Erdbebengebiet in ihre Heimat zurück. Am Flughafen Köln/Bonn landete am Montagabend ein Flugzeug mit fast 100 Einsatzkräften an Bord, die in der Provinz Hatay eingesetzt waren. Dort konnten sie mehrere Menschen lebend aus Trümmern eingestürzter Häuser befreien.
Rettungskräfte bei der Ankunft am Flughafen Köln/Bonn
„Wir sind froh, dass wir in dieser schweren Zeit den Menschen in der Türkei helfen konnten“, erklärte Einsatzleiter Steven Bayer in einer gemeinsamen Mitteilung. Und Michael Lesmeister, der Geschäftsführer der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany, unterstrich: „Jeder Einzelne hat in den letzten Tagen teilweise bis an den Rand der Erschöpfung gearbeitet, um Menschen zu retten. Dieses ehrenamtliche Engagement kann einfach nicht genug gewürdigt werden.“
wa/ehl (dpa, afp)