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Iran macht USA für „Chaos“ verantwortlich

„Dem Komplott des Feindes muss mit wirksamen Maßnahmen begegnet werden“, erklärte der iranische Staatschef Ebrahim Raisi mit Blick auf die USA. Seinem amerikanischen Kollegen Joe Biden warf Raisi vor, zu „Chaos, Terror und Zerstörung“ anzustiften. Er verwies zudem auf Worte des 1989 verstorbenen Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Chomeini, der die Vereinigten Staaten einst als „Satan“ bezeichnete.

Biden hatte zuvor den Teilnehmern der andauernden Massenproteste im Iran seine Solidarität zugesichert. Zu „Unruhen“ kam es laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna auch im berüchtigten Teheraner Ewin-Gefängnis. Durch einen Brand in der Haftanstalt am Samstagabend verloren nach offiziellen Angaben vier Insassen ihr Leben, Dutzende erlitten Verletzungen. Die Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen gab an, Berichte erhalten zu haben, wonach Wärter versucht hätten, Gefangene aufzuwiegeln.

Großbrand im Ewin-Gefängnis in Teheran

Rauchschwaden über dem Ewin-Gefängnis am Samstagabend

„Maximale Transparenz“

Die iranischen Behörden hätten die „gesetzliche Verpflichtung, das Leben und das Wohlergehen aller Gefangenen zu respektieren und zu schützen“, erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International, Agnès Callamard. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell twitterte: „Wir erwarten maximale Transparenz“ hinsichtlich der Situation im Ewin-Gefängnis. Dort sind zahlreiche Menschen inhaftiert, die während der Massenproteste in den vergangenen Wochen festgenommen wurden.

Ausgelöst wurden die systemkritischen Demonstrationen durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini. Die 22-Jährige war Mitte September in Teheran gestorben, nachdem sie drei Tage zuvor von der „Sittenpolizei“ festgenommen wurde. Ihr war vorgeworfen worden, sie habe ihr Kopftuch nicht den strengen islamischen Vorschriften entsprechend getragen.

wa/ack (afp, dpa)