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Guterres: Wasser ist das kostbarste gemeinsame Gut

Zum Ende der Wasserkonferenz der Vereinten Nationen nimmt UN-Generalsekretär António Guterres die Länder beim Kampf gegen Trinkwasserknappheit in die Pflicht. Alle Hoffnung für die Menschheit hänge davon ab, einen neuen Kurs einzuschlagen, sagte Guterres in New York. Wasser sei „das kostbarste gemeinsame Gut“.

Der UN-Generalsekretär rief dazu auf, alternative Ernährungssysteme zu entwickeln, um die nicht nachhaltige Nutzung von Wasser in der Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft zu reduzieren. Die Strategien in den Bereichen Wasser, Ökosystemen und Klima müssten verschränkt werden, um Treibhausgase zu reduzieren. 

Ein Stausee mit sehr wenig Wasser, ein Segelboot liegt auf dem Sand

Der Lac de Serre-Ponçon, ein Stausee in den französischen Westalpen – Frankreich leidet unter einer heftigen Winterdürre

An der dreitägigen Konferenz in New York nahmen etwa 10.000 Vertreter von Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft teil. Die Delegierten sagten unter anderem den Bau von Toiletten und Regenerierungsmaßnahmen für ausgetrocknete Flüsse und Feuchtgebiete zu.

Wenige Finanzzusagen

Finanzzusagen gab es allerdings für weniger als ein Drittel dieser Zielsetzungen, wie Charles Iceland von der Denkfabrik World Resources Institute deutlich machte. Dennoch seien diese „freiwilligen Verpflichtungen ein guter Start“. Iceland hob im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP ein Projekt unter deutscher Führung hervor, das die Wasservorkommen im Niger-Becken sichern soll, auf die neun afrikanische Länder zurückgreifen.

Um dem Thema mehr Gewicht zu verleihen, forderten die Konferenzteilnehmer Guterres auf, einen UN-Sondergesandten für Wasser zu ernennen. Der UN-Generalsekretär will den Vorschlag prüfen.

Ein Abschnitt des Jialing River mit kaum Wasser

Das ausgetrocknete Flussbett des Jialing River in der südwestchinesischen Stadt Chongqing im August 2022

Die Vereinten Nationen hatten angesichts einer weltweit drohenden Wasserkrise Alarm geschlagen: Der Wasserkreislauf sei durchbrochen, Ökosysteme zerstört und Grundwasser verseucht. Im Jahr 2020 hatten nach UN-Angaben zwei Milliarden Menschen weltweit keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser, 3,6 Milliarden Menschen mangelte es an ordentlichen sanitären Anlagen. Unter solchen Lebensbedingungen breiten sich Krankheiten wie Cholera, Ruhr und Polio leicht aus. Der Klimawandel sorgt für eine weitere Verschärfung der vielerorts herrschenden Wasserknappheit.

se/bru (afp, dpa)