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FBI durchsucht Trump-Anwesen in Florida

„Mein wunderschönes Zuhause, Mar-A-Lago in Palm Beach, Florida, wird derzeit von einer großen Gruppe von FBI-Agenten belagert, durchsucht und besetzt, schrieb Trump am Montagabend (Ortszeit) auf dem von ihm mitbegründeten Netzwerk Truth Social. „Diese unangekündigte Razzia in meinem Haus war weder notwendig noch angemessen.“ Trump nannte den Vorgang „politische Verfolgung“. Nach Informationen des Senders CNN war er während der Aktion nicht zu Hause.

Der frühere US-Präsident sprach von „dunklen Zeiten für unsere Nation“ und fügte hinzu: „Sie haben sogar meinen Safe aufgebrochen!“ Das sei „Fehlverhalten der Strafverfolgungsbehörden, der Einsatz des Justiz-Systems als Waffe und ein Angriff der linksradikalen Demokraten, die verzweifelt nicht wollen, dass ich 2024 für das Präsidentenamt kandidiere“, schrieb der 76-jährige Republikaner weiter. Er verglich das Vorgehen mit dem Watergate-Skandal.

Spekulation über Hintergründe

Das FBI machte zunächst keine Angaben zu den Gründen für die Durchsuchung. Die „New York Times“ berichtete über einen möglichen Zusammenhang mit Dokumenten, die Trump nach Ende seiner Präsidentschaft vom Weißen Haus nach Mar-a-Lago mitgenommen hatte. Eigentlich muss in den USA jede Korrespondenz des Präsidenten archiviert und für die Nachwelt aufgehoben werden.

Als Hintergrund nicht auszuschließen ist auch der Sturm auf das Kapitiol. Der Ex-Präsident wurde bei den öffentlichen Anhörungen des Untersuchungsausschusses schwer belastet. Er könnte demnach gewusst haben, dass die Demonstranten am 6. Januar 2021 bewaffnet waren und sie bewusst zum Kapitol geschickt haben. 

Blick von oben auf das Trump-Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach

Blick von oben auf das Trump-Domizil in Palm Beach

Zuletzt gab es Hinweise, wonach das Justizministerium das Verhalten Trumps genauer untersucht. In den Ermittlungen ist er bisher kein Beschuldigter. Justizminister Merrick Garland stellte aber klar, dass jeder, der wegen der Kapitol-Erstürmung strafrechtliche Verantwortung trage, zur Rechenschaft gezogen werden müsse. 

Trump hat wiederholt eine erneute Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024 ins Spiel gebracht. Trotz heftiger Kritik auch aus der eigenen Partei genießt er bei Teilen der konservativen Basis nach wie vor große Popularität.

gri/ust (afp, dpa, rtr)