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WHO lanciert Früherkennungs-Netzwerk

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein globales System zur Früherkennung und Eindämmung von Infektionskrankheiten lanciert. Das „International Pathogen Surveillance Network“ (Internationales Netzwerk zur Überwachung von Pathogenen, kurz: IPSN) bietet eine Plattform, auf der sich Länder und Regionen bei der Sammlung und Analyse der Proben von Krankheitserregern verknüpfen können, wie die WHO in Genf mitteilte.

Das IPSN soll dabei helfen, dass Bedrohungen durch ansteckende Krankheiten schnell identifiziert werden können. Auch soll die Plattform den Austausch von Informationen über solche Krankheiten und die Koordination von Maßnahmen gegen deren Ausbreitung erleichtern. Sie soll auch bei der Entwicklung von Behandlungen und Impfstoffen helfen.

„Ambitionierte Ziele“

Das Überwachungssystem wird auf der Genomanalyse – also der Entschlüsselung des Erbguts – von Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern basieren. Durch diese Analysen soll herausgefunden werden, wie ansteckend und tödlich die neu entdeckten Krankheitserreger sind und wie sie sich verbreiten. Die gesammelten Daten sollen in eine breiter angelegte Datenbank zur Nachverfolgung der Ausbreitung von Krankheiten eingespeist werden.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Leitet die Weltgesundheitsorganisation seit 2017: Generaldirektor Tedros aus Äthiopien

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus rühmte die „ambitionierten Ziele“ des neuen Netzwerks und betonte, dieses könne eine „wesentliche Rolle im Gesundheitsschutz“ spielen. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, „dass die Welt stärker ist, wenn sie zusammensteht, um Gesundheitsbedrohungen zu bekämpfen“.

Ungleiche Versorgung

An diesem Sonntag kommen Vertreter der 194 Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation zu ihrer Jahrestagung zusammen. Im Zentrum steht eine Debatte darüber, wie für alle Menschen auf der Welt zumindest eine medizinische Grundversorgung sichergestellt werden kann.

Beschlossen werden soll auch das WHO-Budget 2024/25. Vorgesehen ist eine deutliche Erhöhung der Pflichtbeiträge. Bisher ist die UN-Sonderorganisation bei vielen Aufgaben auf freiwillige Beiträge angewiesen.

wa/ack (afp, dpa)