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Könnte sich die Immobilienschuldenkrise in China verschärfen?

Chinas Immobilienschuldenkrise

Der anhaltende Abschwung auf Chinas Immobilienmarkt scheint sich fortzusetzen, da eine Reihe von Rettungsbemühungen der chinesischen Behörden enttäuschende Ergebnisse gezeitigt haben. Schleppende Immobilienverkäufe in Chinas Großstädten signalisieren, dass politische Interventionen die Käuferstimmung nicht umkehren konnten. Die Befürchtungen nehmen zu, dass Chinas Immobilienschuldenkrise bald ihren Schatten auf die Geschäftsbanken des Landes werfen könnte, was den Druck auf die Immobilienpreise verstärken und das Verbrauchervertrauen beeinträchtigen würde.

In den ersten beiden Septemberwochen gingen die Verkäufe von Neubauwohnungen in Chinas Städten der ersten Reihe im Vergleich zu den Augustzahlen zurück. Die Auswirkungen der Immobilienkrise haben sich nun auch auf erstklassige Entwickler ausgeweitet. Moody’s Investors Service hat China Jinmao Holdings Group Ltd. und China Vanke Co. einer möglichen Herabstufung unterzogen, während sie gleichzeitig den Ausblick für sieben andere Bauträger auf negativ gesenkt hat. Credit Insights hat sich pessimistisch zur chinesischen Immobilienbranche geäußert und einen mehrjährigen Abschwung vorhergesagt sowie ein weniger positives Bild für den Gewerbeimmobilienmarkt des Landes gezeichnet.

Um den Immobilienkauf anzukurbeln, hat die chinesische Regierung ihre Bemühungen zur Lockerung der Beschränkungen für den Erwerb von Wohneigentum verstärkt, wobei 11 Städte in China im September entsprechende Maßnahmen ergriffen haben, wie China Index Holdings mitteilte. Chinesische Immobilienentwickler setzen ihre Hoffnungen auf eine Belebung des Immobilienverkaufs in Erwartung der bevorstehenden Goldenen Woche, die traditionell eine Hochsaison für den Immobilienkauf darstellt. Das Vertrauen in die Wirksamkeit dieser neuen Maßnahmen schwindet jedoch rapide, da die Krise droht, die Stimmung bei Entwicklern mit relativ gesunder Finanzlage zu dämpfen.

Chinas Immobilienschuldenkrise nahm eine scharfe Wendung zum Schlechteren, als China Evergrande Group ein Treffen mit Gläubigern abgesagt und erklärt hat, seinen Restrukturierungsplan überdenken zu müssen. Darüber hinaus gab China Oceanwide Holdings Ltd. seine bevorstehende Liquidation bekannt, nachdem ein Gericht auf den Bermudas einen Auflösungsbeschluss gegen das Unternehmen wegen eines ausstehenden Darlehenskapitals in Höhe von 175 Millionen US-Dollar erlassen hatte. Darüber hinaus wachsen die Befürchtungen, dass China Country Garden Holdings kurz vor einem Zahlungsausfall stehen könnte, nachdem es die ersten Fristen für die Zahlung von Zinsen auf Dollar-Anleihen verpasst hat.

Im Zentrum von Chinas Immobilienkrise steht China Evergrande Group, der nach Umsatz zweitgrößte Immobilienentwickler Chinas. Das Unternehmen kämpft mit einem immer größer werdenden Berg an Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von schwindelerregenden 2,39 Billionen Yuan (327 Milliarden US-Dollar) – eine der größten Summen unter den Immobilienunternehmen weltweit. Für Evergrande tickt die Uhr, um bis zum 30. Oktober einen Plan für die Restrukturierung seiner Offshore-Schulden zu finalisieren, da an diesem Tag eine Anhörung vor einem Gericht in Hongkong über einen Auflösungsantrag stattfindet, was möglicherweise zu einer Zwangsabwicklung des Unternehmens führt. Da sich mehrere andere chinesische Immobilienentwickler in einer ähnlichen Lage befinden wie Evergrande, scheint sich die Schuldenkrise in China zu verschärfen, was möglicherweise zu gerichtlich angeordneten Liquidationen dieser Unternehmen führt.