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Eurelectric: Beschleunigte Elektrifizierung erfordert Infrastruktur

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BRÜSSEL, 21. September 2023Der Höhepunkt der Energiekrise mag vorüber sein, aber nicht die Herausforderungen für die Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit Europas. Die eigenständige saubere und erneuerbare Elektrifizierung bleibt DIE Antwort, aber höhere Investitionen und eine verbesserte Infrastruktur sind dringend erforderlich, um bis 2050 eine Verdreifachung der Elektrifizierungsraten zu ermöglichen. Mit noch 61⁄2 Jahren bis 2030 muss Europa beispiellose Investitionen anziehen, um den Netzausbau, die Digitalisierung und die Klimaresilienz voranzutreiben, wie der Power Barometer 2023 von Eurelectric zeigt.

Laut der Ausgabe 2023 des Power Barometer markierte 2022 eine bedeutende Wende für den EU-Energiesektor. Heute in Brüssel vorgestellt, bildet der Barometer wichtige Entwicklungen im Energiesektor auf der Grundlage solider Forschung und mehrerer Datenquellen ab.

Nach einer Zeit historischer Härten zeigte der Sektor mehrere positive Trends. Nach den beispiellosen Preisanstiegen und politischen Interventionen im Jahr 2022 ging der Gasverbrauch um 19 % zurück und Millionen von Verbrauchern wechselten zu elektrischen Heizsystemen. Auch die Strompreise verbesserten sich. Die Großhandelsstrompreise haben sich stabilisiert und sind von durchschnittlich 227 Euro pro Megawattstunde im Jahr 2022 auf 100 Euro pro Megawattstunde in diesem Jahr gesunken, wobei die Einzelhandelspreise entsprechend nachgezogen sind.

Die Elektrifizierung des Verkehrs hat Fortschritte gemacht, wobei die Verkäufe von Elektrofahrzeugen und Elektrobussen 21 % bzw. 13,7 % erreichten. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinkt jedoch hinterher, ebenso wie die Investitionen in Stromnetze.

Eurelectrics Generalsekretär Kristian Ruby sagte:

„Wir brauchen mehr Leitungen, mehr Digitalisierung und mehr Klimaresistenz, um unsere Netze für Netto-Null fit zu machen. Dies erfordert eine Änderung des regulatorischen Ansatzes. Netzbetreibern muss es erlaubt sein, vorausschauende Investitionen zu tätigen, damit wir uns auf eine höhere Elektrifizierung vorbereiten können.“

Erzeugung – ein gemischtes Bild

Der Ausbau neuer Erzeugungskapazitäten variierte stark nach Technologie. Während die Solarenergie mit 41 GW einen Rekordausbau verzeichnete, hinkte die Windenergie sowohl an Land als auch offshore aufgrund einer Kombination aus Lieferkettenproblemen, langsamen Genehmigungsverfahren und schlechtem Ausschreibungsdesign hinterher.

Der wachsende variable Wind- und Solarenergiebedarf erfordert einen Anstieg fester und flexibler Technologien zur Stabilisierung des Systems. Zusätzlich zu herkömmlichen Kraftwerken sollten Speicherlösungen massiv hochgefahren werden. Obwohl die Installationen 2022 auf 4,5 GW gestiegen sind, wären pro Jahr etwa 11 bis 14 GW erforderlich, um den zukünftigen Systembedarf zu decken.

Kristian Ruby sagte: „Europa braucht eine massive Elektrifizierung, um sich aus Putins Griff zu befreien. Aber wenn die Gesellschaft mehr von der Elektrizität abhängt, muss die Elektrizität für alle zuverlässig sein.“

Hinweis für Redakteure: Eurelectric vertritt die Interessen der europäischen Elektrizitätswirtschaft.