
Führende Plattformen im Bereich Reisen und E-Commerce haben sich gemeinsam gegen das weit verbreitete Problem gefälschter Bewertungen ausgesprochen. Amazon (NASDAQ: AMZN), zusammen mit den Bewertungsplattformen Glassdoor und Trustpilot sowie führenden Reiseunternehmen wie Expedia Group, Booking.com und TripAdvisor gaben gemeinsam die Gründung der „Koalition für vertrauenswürdige Online-Bewertungen“ bekannt.
Die Mitglieder dieser Koalition werden zusammenarbeiten, um Best Practices für die Präsentation von Online-Bewertungen festzulegen und Erkenntnisse zum Aufdecken gefälschter Bewertungen auszutauschen. Ihre Bemühungen werden Kriterien für gefälschte Bewertungen definieren und Informationen über die Taktiken austauschen, die von böswilligen Akteuren eingesetzt werden.
Das Problem gefälschter Bewertungen hat Online-Marktplätze immer wieder belastet, was nicht zuletzt an Maklern liegt, die auf verschiedenen Plattformen über soziale Medien, verschlüsselte Messaging-Apps und andere Kanäle gefälschte Bewertungen gegen Geld, kostenlose Produkte oder andere Anreize eintreiben. Diese Makler können Bewertungen manipulieren, um den Verkauf von Unternehmen oder Verkäufern anzukurbeln oder negativen Bewertungen veröffentlichen, um Konkurrenten zu sabotieren.
Amazon demonstrierte in China das Ausmaß dieses Problems, als zwei Bewertungsmakler wegen der Verteilung und des Verkaufs gefälschter Bewertungen an Amazon-Verkäufer über Messaging-Apps zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Amazon hat außerdem eine Reihe von Klagen gegen Betreiber eingeleitet, die sich ähnlicher betrügerischer Aktivitäten schuldig gemacht haben. Darüber hinaus reichte das Unternehmen Klage gegen die Administratoren von mehr als 10.000 Facebook-Gruppen ein, die offenbar den Austausch gefälschter Bewertungen gegen Geld oder kostenlose Waren organisierten.
Das Problem erstreckt sich über E-Commerce-Plattformen hinaus, da in diesem Jahr von der britischen Verbraucherschutzgruppe „Which?“ Facebook-Gruppen entdeckt wurden, die den Austausch von Bewertungen für Dienste wie Google und Trustpilot gegen Bezahlung ermöglichten.
Auch Behörden gehen verstärkt gegen irreführende Bewertungen vor. So schlug die US-Handelskommission FTC im Juni neue Regeln vor, die unter anderem Unternehmen verbieten sollen, gefälschte Bewertungen zu verkaufen oder zu erwerben, echte Feedback zu unterdrücken und gefälschte Social-Media-Interaktionen zu verkaufen. Verstöße könnten künftig mit Strafen geahndet werden.
Becky Foley, Vice President für Vertrauen und Sicherheit bei TripAdvisor, bekräftigte das Engagement, die Hintermänner gefälschter Bewertungen zu bekämpfen, und betonte die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit, da diese Akteure häufig außerhalb rechtlicher Rahmenbedingungen agieren.
Die Gründung der Koalition geht auf Diskussionen zurück, die sich aus der Konferenz „Fake Reviews“ ergaben, die TripAdvisor im letzten Jahr in San Francisco organisiert hatte. Die Mitglieder planen, sich im Dezember auf einer zweiten Konferenz zusammenzufinden, die dieses Mal von Amazon in Brüssel organisiert wird.