TLDR
- Ein Geschworenengericht in Los Angeles befand Meta und Google fahrlässig, da sie süchtig machende Plattformen entworfen haben, die Minderjährigen schaden.
- Der Kläger, jetzt 20 Jahre alt, erhielt insgesamt 6 Millionen US-Dollar – Meta haftbar für 4,2 Mio. US-Dollar, Google für 1,8 Mio. US-Dollar.
- Beide Unternehmen planen Berufung; der Fall könnte den Obersten Gerichtshof erreichen.
- Der Prozess konzentrierte sich auf Designmerkmale der Plattform wie unendliches Scrollen und Benachrichtigungen, nicht auf gehostete Inhalte.
- Snap und TikTok einigten sich vor Prozessbeginn; die Bedingungen wurden nicht bekannt gegeben.
(SeaPRwire) – Ein Geschworenengericht in Los Angeles befand Meta und Google fahrlässig, da sie Social-Media-Plattformen entworfen haben, die einen jungen Nutzer geschädigt haben, in einem Urteil, gegen das beide Unternehmen Berufung einlegen wollen.
Meta & Google have been found liable in a social media addiction lawsuit, with a jury finding them negligent in the design & operation of the platforms.
They have been ordered to pay $3 million in damages to the plaintiff, a 20-year-old woman who alleges she was addicted to… pic.twitter.com/UgQGVBKlyO
— Pop Crave (@PopCrave) March 25, 2026
Die Klägerin, jetzt 20 Jahre alt und in Gerichtsunterlagen als K.G.M. identifiziert, sagte, sie sei ab dem Alter von 10 Jahren süchtig nach Instagram und YouTube geworden. Sie behauptete, die Plattformen hätten Angstzustände, Depressionen, Selbstverletzung und Körperdysmorphie verursacht.
Das Geschworenengericht sprach insgesamt 6 Millionen US-Dollar Schadensersatz zu. Meta wurde zu 70 % haftbar gemacht, mit einer Haftung von 4,2 Millionen US-Dollar. Google wurde zu 30 % haftbar gemacht, mit einer Haftung von 1,8 Millionen US-Dollar.
Trotz des Urteils bewegten sich die Aktien beider Unternehmen kaum. Meta schloss am Tag des Urteils 0,3 % höher und Alphabet beendete den Handel 0,2 % höher.
Das Anwaltsteam der Klägerin konzentrierte sich darauf, wie die Plattformen aufgebaut waren – Funktionen wie unendliches Scrollen, „Likes“ und Push-Benachrichtigungen – und nicht auf die von den Nutzern geposteten Inhalte. Dieser Ansatz half, die Schutzbestimmungen von Section 230 zu umgehen, die Internetunternehmen von der Haftung für Nutzerinhalte befreien.
Meta erklärte, dass es mit dem Urteil nicht einverstanden sei und rechtliche Optionen prüfe. Google plant ebenfalls Berufung, wie ein Sprecher, José Castañeda, mitteilte.
Der Weg zu einem möglichen Fall vor dem Obersten Gerichtshof
Rechtsexperten sagen, dass der Berufungsprozess ernste Fragen der Ersten Verfassungsänderung aufwerfen wird. Timothy Edgar, Dozent an der Harvard Law School, erwartet, dass die Unternehmen argumentieren werden, dass ihre Designentscheidungen eine geschützte Form der Meinungsäußerung darstellen.
Eric Talley, Professor an der Columbia Law School, sagte, dass allein die Frage der Section 230 den Fall vor den Obersten Gerichtshof bringen könnte. Wenn Gerichte entscheiden, dass der auf das Design fokussierte Ansatz der Klägerin gegen Section 230 verstößt, könnte dies nicht nur diesen Fall, sondern auch ähnliche Klagen in anderen Bundesstaaten abweisen.
Der Fall JCCP 5255 wird als Test für Tausende ähnlicher Klagen von Eltern, Schulbezirken und Landesregierungen angesehen.
Globaler Druck auf Social-Media-Plattformen
Außerhalb der USA handeln Regulierungsbehörden bereits. Australien hat Nutzern unter 16 Jahren die Nutzung von Social-Media-Diensten verboten. Brasilien verbietet nun Funktionen wie unendliches Scrollen. Andere Länder haben ähnliche Gesetze erlassen oder entwerfen sie.
Snap und TikTok waren ebenfalls Beklagte im ursprünglichen Prozess, einigten sich aber vor der Jury mit der Klägerin. Die Bedingungen der Einigung wurden nicht bekannt gegeben.
Gil Luria, ein Technologieanalyst bei D.A. Davidson, bezeichnete das Urteil als „Rückschlag“ für Meta und Google. Er sagte, dass zukünftige Fälle und Berufungen die Unternehmen schließlich dazu zwingen könnten, Verbraucherschutzmaßnahmen einzuführen, die das Plattformwachstum verlangsamen.
Meta prognostiziert für 2026 Investitionsausgaben von 115 bis 135 Milliarden US-Dollar. Alphabet prognostiziert im selben Jahr Ausgaben von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar.
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